Montag, 30. Juli 2012

How to survive a Festival with the Boys.

Zurück vom Festival! Es war ziemlich gut, auch wenn ich so gut wie keine Band kannte (Highlights: School is Cool und Balthazar), es Samstagmorgen ziemlich heftig geschüttet hat (morgens aufgewacht und das Schlafsackfußende war extrem nass), es diverse Unfälle gab (mit Brennnesseln, Raviolidosendeckeln und Bierdosen) und wir die größten Assis vom Platz waren. (Immerhin haben wir den Mist am Abreisetag noch aufgeräumt, sonst hätte ich vermutlich die ganze - zugegebenermaßen auch nicht sehr ökologische - Autofahrt durchgeweint. Auf dem Hurricane habe ich noch auf Leute mit megaekeligen Zeltplatzecken gezeigt und "Schau dir mal diese Idioten an" - und dann fuhr ich mit den Jungs aufs Appletree...) 




Besonders gefallen hat mir, dass es sich um ein so kleines Festival handelt, das wahnsinnig familiär ist. Kauft man irgendwo im Supermarkt in Diepholz ein, so verwickeln einen die Verkäufer*innen in der Regeln in ein Gespräch ("Und, wie läuft das Festival so? Ich hoffe für euch, das Wetter bleibt gut!") und es ist einfach episch, dass man gratis (mit einer Bimmelbahn sogar) das Freibad zum Duschen und Schwimmen aufsuchen kann. Die Unterschiede zwischen dem Hurricane und dem Appletree sind wirklich gigantisch. Vom Camping-Gefühl her war das Appletree viel, viel schöner. Man konnte zum Ausladen der Sachen sogar auf den Campingplatz fahren, auf dem man nicht mit Auto campen durfte - oder gleich mit dem Auto campen, etwas, das auf dem Hurricane unvorstellbare wäre. Viel ruhiger, viel weniger Leute und Security, Apfelwein, akzeptable Merchandise-Pullover-Preise (auf dem Hurricane kostete ein Kapuzenpullover 50 Euro, auf dem Appletree 30 - herausfinden, woher der Pullover stammt, konnte ich übrigens dank mangelnder "Made in"-Beschilderung leider nicht), 
 


Was man auch von Festival zu Festival zu lernen scheint: Wie wenig man eigentlich braucht. Ich hatte beim Appletree schon viel, viel weniger mit als noch beim Hurricane, habe aber trotzdem immer noch das Gefühl, ein bisschen zu viel dabei gehabt zu haben. Dafür habe ich auch ein paar Dinge zu Hause vergessen - den Dosenöffner (zum Glück hatten drei meiner Mitcamper dran gedacht), meine Seifenblasen (ein Festival ohne eigene Seifenblasen ist etwas traurig) und festivaltaugliches Besteck (das nächste Mal werde ich vermutlich ein Taschenmesser mitnehmen, es ist megauncool, ein Messer mit scharfer Klinge in irgendeinem Jutebeutel rumschlackern zu wissen). Anstelle einer Isomatte wird das nächste Mal eine selbstaufblasbare Luftmatratze mitgenommen, das "Lass uns bei Regen eine Runde baden"-Tipi werden wir wohl gegen das Wurfzelt tauschen, mit dem wir nächsten Monat durch Norwegen wandern. Unerlässlich auch: Ein warmer Pullover. Entweder (wie in meinem Fall) auf dem Festivalgelände gekauft (Foto wird nachgereicht, alle meine Sachen waren entweder nass und/oder total sauig) oder aber einer von zu Hause. Ohne was ich ebenfalls gestorben wäre: Fleecekuscheldeck (die jetzt allerdings ebenfalls megaekelig ist, Ravioliflecken, Matschflecken, Bierflecken, Wasauchimmerflecken, ahoi!) und Campingstuhl. Nur Amateure fahren ohne Campingstuhl zum Festival! Obwohl ich dieses Mal viel, viel weniger Essen dabei hatte, habe ich irgendwie immer noch die Hälfte mit nach Hause genommen. Weniger ist in diesem Falle mehr - außerdem kann man speziell auf dem Appletree eine Menge veganes Essen bekommen oder aber morgens nach dem Freibad sich in der Stadt den Bauch vollschlagen (Salattasche für nur 3 Euro). 

Klar: Das Hurricane hatte ein episches Line-Up und hat mir deswegen so, so gut gefallen (Florence + The Machine!!!), war dafür aber vom Camping nicht so schön. Sehr weite Wege, relativ eng und unpersönlich, ziemlich kommerzialisiert. Dennoch: Bei gutem Line-Up werde ich auch weiterhin Geld in große Festivals investieren. Es ist einfach wunderbar, wenn man zu den Songs seiner Lieblings im Matsch tanzt und jede Zeile mitsingen kann. Für "nur" 34 Euro vier geile Tage auf einem kleinen, familiären Festival zu verbringen ist aber mindestens ebenso wiederholungswürdig.

Alexandra

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